Erlhof
Aus Hungeme
Erlhof ist ein kleiner Ort im Selbecker-Grund im Nordosten der Gemeinde Kirchhundem. Gemeinsam mit dem Alpenhaus, der wüsten Siedlung Homert, Stelborn, Selbecke und der früher eigenständigen Ortschaft Brucher Mühle bildet es den Selbecker-Grund.
Zur Zeit hat Erlhof ungefähr 50 Einwohner.
Geschichte
Die älteste Erwähnung Erlhofs stammt aus dem Jahre 1393. Graf Dietrich von der Mark ließ in seinen Lehensbuch vermerken, dass der Erlehoff mit syner thoybehoringe als Mannlehen an Herman van Oyle ausgegeben sei.
In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wird der Erlhof, wie auch der übrige Besitz Hermann von Ohles eines Enkels Hermann von Ohles, unter seinen Söhnen Johann und Eberhard aufgeteilt.
Eberhards Erbe wird am 4. Januar 1526 zwischen seinen 3 Söhnen Hermann, Kaspar und Christian geteilt, die dann jeder 1/6 Gut bzw. 1/3 Halbgut halten.
Als 1571 Goswin von Ole ein Sohn Kaspar v. Oeles und Enkel Eberhards seinen Anteil am Erlhof an den aufsitzenden Pächter Vinzenz Kuckuck verkauft, klagt Eberhard, ein anderer Enkel, im darauf folgenden Jahr auf Wiedereinlösbarkeit. Eberhard obsiegt in mehreren Instanzen, doch Vinzenz Kuckuck legt immer wieder Berufung ein. Zuletzt landet der Prozess sogar beim Reichskammergericht . Das Verfahren wird erst 1614, als bereits alle Beteiligten und Zeugen verstorben sind, eingestellt.
1577 verkaufen Anna v. Oel und ihr Mann Hermann von Zertzen ihre sämtlichen Güter, die Anna von ihrem Vater Christian in den Ämtern Bilstein und Fredeburg geerbt hatte, an Caspar von Fürstenberg, welcher wiederum den sechsten Teil des Erlhofs an Eberhard von Bruch weiter veräußerte.
Am 14. Januar 1617 verkaufen Kaspar Berndt Gogreve und seine Ehefrau Elisabeth von Ole ihre Gerechtigkeit an beiden Höfen zum Erlhof an Eberhard von Bruch, der damit im Besitz des ganzen Erlhofs ist. Wie Eberhard v. Ole in den Besitz des halben Gutes seines Großonkels Johann gekommen ist, konnte bisher nicht belegt werden.
Etwa ab der Mitte des 17. Jahrhunderts ist der Erlhof dann dreigeteilt. Es gibt den Uibesten (Obersten), den Ingesten (Untersten) und den Moinerts (Meinhards) Hof. Auch die Hintergründe dieser Dreiteilung sind noch unklar. Da der Oberste Hof deutlich größer war als die beiden anderen liegt die Vermutung nahe, das einer der beiden aus der Erbteilung Herman von Ohles nochmals aufgeteilt wurde.
Um das Jahr 1800 erfolgt dann die nächste Ansiedlung auf dem Erlhof. Nördlich der drei Höfe entsteht das Grauben Haus.
Als sich im Jahr 1935 der Zimmermann Paul Assmann auf dem Erlhof ansiedelt, erhält dieses Haus als letztes auf dem Erlhof den plattdeutschen Hausnamen Oiken (Eichen), da das Haus unweit eines Eichenbestand errichtet wurde.
Ab den 1960er Jahren wurde auf dem Erlhof noch eine Anzahl Häuser errichtet, die fast durchweg von Kindern oder nahen Verwandten der langjährig auf dem Erlhof lebenden Familien bewohnt werden.
